Da war doch noch was…



Achja, der zweite Teil der Fäährdeprofies vom letzten Samstag!
Auch der HacklBernd soll seinen Auftritt bekommen und auf dieser Seite nicht unterrepräsentiert bleiben, wäre wahrlich zu schade.
Wiederum ein Vorab:
Herr Hackl hat in dieser Sendung seinen Auftrag zur allseitigen Zufriedenheit gelöst. Das ‚Problem‘ des zu therapierenden Geschöpfes wurde gelöst und die kühnsten Erwartungen übertroffen. Zudem kann und will ich mir kein Urteil über die Qualität der angewandten Trainingsmethoden zum Erreichen des Ziels erlauben, dafür habe ich (leider Gottes) zu wenig Ahnung von der gesamten Thematik des Westernreitens. Was ich aber sehr wohl kann und auch möchte: Das Bild, welches ein halbwegs pferdeaffiner Mensch vor der Flimmerkiste vorgesetzt bekommt, ganz naiv und plakativ, eventuell auch überspitzt und pointiert für den Rest der Welt, den es interessiert (oder auch nicht) nachzuerzählen. Wie immer handelt es sich bei diesem Bericht um einen reinen Gedächtnisbericht, man möge mir also verzeihen, wenn ich an der ein oder anderen Stelle etwas weglasse oder dazu dichte, ebenso sind Breitseiten gegen im Film dargestellte Personen nicht absichtlich gewählt, wohl aber nicht zu vermeiden. Der Hauptadressat meiner so zu verstehenden Kritik ist und bleibt aber das Sendeformat, das durch Drehbuch, schnitt und Redaktion die gute fachliche Praxis eines Jeden, der mit der Arbeit mit und am Pferd sein Geld verdient, ad absurdum führt.
Puh, lange Einleitung, egal, Feuer frei:
Der Tragödie sechster Teil,
Das Pferd als Jäger und Sammler…

Der Zöpfchenbernd hat sich von seiner letztwöchigen Titanicfahrt mit der Fiutscha augenscheinlich erholt, die Kiste hatte er gegen den sprichwörtlichen Eisberg gesetzt, aber es hilft ja nichts, das Fährdeprofi-leben muss weitergehen. Wahrscheinlich um im Berndschen Kopf keine negativen Assoziationen zu wecken, wird auch die Location zum wilden Pferdetherapieren gewechselt. Der kluge Kommentator will uns zwar weismachen, dass es auf der Hacklschen Homebase keine Kühe und Gänse zum schubsen gibt (eben das ist das Ziel der heutigen Trainingsarbeit) aber irgendwie habe ich im Hinterkopf in einer der letzten Folgen auch ein paar putzige Paarhufer über die Hacklschen Latifundien hopsen zu sehen. Ist ja aber auch egal, sehen wir heute eben eine andere Variation des schönen Bayernlandes.
Der Ort des Geschehens ist heute die Ranch von dem Bernd seinem ehemaligen Schüler Alex. Dieser hat zwar kein Zöpfchen, wohl aber einen Zopf und ist inzwischen selber anerkannter Pferdetherapeut, pardon, Trainer.
Den Fall des arbeitsscheuen Quarterwallachs ‚Nopie‘ wollte er aber wohl gerne mal auf der Mattscheibe bewundern und nicht selber lösen, deswegen stellt er Räumlichkeiten, Viecher und Personal zur Verfügung, damit der Hacklbernd schalten und walten kann, wie es ihm und dem Fernsehteam beliebt.
Der schwarze Wallach Nopie ist ein rechtes Wundertier. Im Einspieler erfahren wir, das er in seiner Eigenschaft als „Americen Kwater Hoars“ seine Daseinsberechtigung ja eigentlich aus der Verwendung als Arbeitstier zieht. Das sieht Nopie allerdings nicht ein, er findet sich als reines Anschauungsobjekt wohl einfach dekorativer. Passt ja, ist er doch lackschwarz und Pferde dieser Farbe werden wie allgemein bekannt oft wegen ihrer multipel zu ergänzenden Farbe als reine Accesoires für ihre perlenbehängten Besitzerinnen gekauft.
Nopie ist zwar prinzipiell ein Guter, erklärt uns sein Besitzer Klaus im Einspieler, nur flippt er völlig aus, wenn ihm in der bayerischen Natur ein Rind oder eine Gans auf die Pelle rückt. Selbst die reine Anwesenheit eines Vertreters dieser beiden Gattungen bringt den Nopie so aus der Farcon, dass er nicht mehr an sich halten kann und vom braven Tüddelpony zum rasenden Wüterich mutiert. Auch Klaus‘ Tochter traut sich nicht mehr mit Nopie ins Gelände, da sie verständlicherweise Fürchtet, durch heranlaufende Rinder rückwärtig mit dem schwarzen Ross in Stacheldraht zu geraten und dessen Hinterfüße zu Hackfleisch verarbeitet wieder mit nach Hause zu bringen.
Diese Selbstdiagnose der kundigen Besitzer soll unterstrichen werden durch das Bild des panischen Nopie, der an einer Rinderherde vorbeigeführt wird. Dummerweise sehen wir Zuschauer nur ein schwarzes Quarterhorse, das höchstignorant und überaus lustig um seinen Besitzer herumspringt und permanent versucht, sich am saftigen Grün des den Kühen abgewandten Wegrandes gütlich zu tun.
Naja, auch Ignoranz kann man therapieren, deswegen kommt der Bernd schnell angefahren und will sich den braven Burli mal anschauen. Klaus vollführt alsbald in der Reithalle auch tolle Sachen mit seinem Nopie, er kann dem Schwatten mit einem Flatterband zwischen die Beine hauen dass es eine Freude ist, und trotzdem tut sich nichts. Nach Aussage vom Klaus arbeitet er inzwischen 1 ½ Jahre mit dem schwarzen Unhold, geritten wird er seit einem Jahr. Gelernt hat das unwillge Arbeitstier in der Zeit vor allem eins: den nervigen Zweibeiner komplett zu ignorieren. Ab und an watschelt Nopie aus reiner Gefälligkeit hinter seinem Menschen her, dank der guten Erziehung hat der Zweibeiner ja nun auch gelernt, dass in regelmäßigen Abständen ein Leckerli im Pferd verschwinden muss.
Bernd findet noch, dass man sieht, dass die zwei sich wirklich vertrauen, Alex wählt da eine etwas andere Formulierung: Man sähe wohl, dass sie sich schon länger kennen.
Kluger Alex, besser hätte ich alter Zyniker es nicht ausdrücken können.
Dann lässt der Bernd die Kühe los. Wohlweislich hat er den Klaus und den Nopie vorab mit einem Seil verbunden, sonst wäre der Wow-Effekt für die Highspeedkameras auch einfach nicht so toll; ein Pferd, das auf dem Absatz kehrt macht und davonwetzt ist irgendwie unspektakulär, zumindest wenn kein Zweibeiner hintendran hängt, der im Reithallensand Wasserski fährt.
Weil der Nopie zwar einen langen Geduldsfaden hat, Rindviecher in seinen Synapsen aber nicht unbedingt positiv besetzt sind, beschließt er, Vox den Gefallen zu tun und den Klaus mal ordentlich durch die überdachte Arena zu schleifen.
ZöpfchenBernd hat das Problem analysiert und sdagt dem Klaus durch die Blume und überaus freundlich, dass das Hauptproblem nicht in Nopies angeblicher Kuhphobie besteht, sondern im mangelnden Respekt vor dem ihn anvertrauten Besitzer. Dass Nopie ihn immer wegschubst und gerne auch mal mit Kopf und oder Hufen Körperkontakt sucht, ist auch Klaus schon aufgefallen, allerdings hatte er das bisher wohl als überbordende Sympathiebekundung seines treuen Vierbeiners aufgefasst.
Bernd will das Prinzip von Aktion und Reaktion gerne einmal selbst demonstrieren und schnappt sich die Nopiesche Führungslonge. Dem schwarzen Ignoranzbolzen wird mithilfe dem berühmten Lappenstock kurz klargemacht, dass auch Menschen Privatsphäre brauchen und er begreift erstaunlich schnell. Innerhalb weniger Minuten kann Bernd den Burli mitten in die Herde jagen, ohne Gefahr zu laufen dabei Finger, Zehen oder ähnlich unwichtige Körperteile zu verlieren. Der wilde Wallach soll nämlich wie aus dem Freudschen Lehrbuch seine Ängste nicht durch weglaufen bewältigen. Nein, vielmerh soll er sich der Gefahr stellen und lernen, dass Tiere anderer Gattungen vor allem eins sind: jagdbares Wild. Der Satz, der allem vorangestellt ist: Das Spiel heisst ‚Küheschubsen‘
Das hat der Schwatte wohl falsch verstanden (vielleicht kommt er auch eher aus dem Norddeutschen und muss bei den Bayern genauso die Öhrchen spitzen, wie ich Kulturbanause) und statt anständig zu schubsen, beißt er einem lästigen Kälbchen, welches seinen Laufweg kreuzt mit angelegten Ohren in den Hintern. Deswegen kriegen sich sowohl Bernd als auch Klaus kaum noch ein vor Freude. Der helle Wahnsinn! Vom absoluten Taurophobiker zum professionellen Kälberbeißer in nur zehn Minuten! Diese irre Selbsterfahrung mit dem kuhscharfen Arbeitspony an der Longe soll nun auch der Klaus machen, gecoacht vom Bernd schafft er es nach dominanzproblembedingten Anfangsschwierigkeiten auch tatsächlich, den Nopie zwischen die Kälbchen zu dirigieren. Damit sind alle erst mal glücklich, das Tagwerk ist vollbracht, Nopie soll über das Gelernte in der Box nachsinnen; deswegen wird die Fortsetzung auf den nächsten Tag verschoben. Löblich.
Am nächsten Tag soll die zweite Nopiesche Phobiew kuriert werden und Alex wird angehalten, ein Rudel (Wie zum Henker nennt man eine Anhäufung von Geflügelindividuuen???) Gänse in die Halle zu jagen. Bernd ist zu seiner eigenen Sicherheit vorerst als Fussgänger unterwegs um dem Nopie zu zeigen, dass man nicht nur vier- sondern auch zweibeinige Vierbeiner höchstamüsant durch die Gegend jagen kann. Die Gänsehorde entlockt dem amerikanischen Arbeitstier auch kaum mehr ein müdes Lächeln, deswegen wird der Bernd ein wenig übermutig undbedeutet dem hoch zu Ross sehr behände daherkommenden Exassistenten Alex, die ollen Vögel mal ne Runde flattern zu lassen. Allerdings lieber nicht auf ihn zu, sondern eher von ihm weg. Als das alles rund läuft wie ein Länderspiel gegen San Marino, beschließt der Bernd, dass er sich für den höheren Bodycount (Action geht im Fernsehen immer) wohl in den Sattel des Schwatten schwingen muss. Unterstützt von zwei pferdigen Kollegen soll der Burli nun ohne Bernds breite Schultern im Blickfeld, dafür aber mit dessen Hacken in den Rippen die Gänse schubsen gehen. Damit Bernd auch wirklich in deutlich verständlicher Sprache mit dem Zwockel flüstern kann, hat er sich lieber flotte Rädchensporen angeschnallt, man weiß ja nie, wie gut so Wallache zuhören. (Die Ausrede muss ich mir übrigens merken, ich sag immer, ohne Sporen rutschen meine Stiefel…)
Das hat einer der ERPEL (O-Ton Sprecher; verdammt noch eins, kauft mal eine Ausgabe von Brehm’s Tierleben für die Redaktion, liebes VOX-Team, männliche Gänse heissen GANTER!!!!) aber irgendwie nicht verstanden und liefert sich ein Blickduell mit Bernd und logischer Weise auch mit dem sich unter dem Bernd befindenden Nopie. Dieser hat jetzt aber doch so langsam die Nase voll und legt den früher so erfolgreichen Rückwärtsgang ein. Da der Bernd aber seine kommunikativen Sporen am Mann hat, piekt er dem Schwatten in die Rippen um ihm deutlich zu machen, dass Weglaufen nach wie vor keine Lösung ist. Nopie soll sich schließlich seinen Ängsten stellen. Nopie hustet sowohl dem Bernd als auch seinen Ängsten was, ihn nervt, dass er nicht wie sonst immer nach Hause an den Trog wandern kann wenn er sich ein bisschen tuckig anstellt. Also hüpft er einmal mit leicht gezogenem Puckel hoch, um seinen Standpunkt deutlich zu machen. Bernd kann sich glücklicherweise festhalten und spielt das altbekannte Pferdetrainerspiel: ‚Wer tritt als letztes?‘ (Das ist hier wirklich nicht abwertend gemeint, haben wir doch alle schon mal gespielt, oder?)
Bernd gewinnt, Nopie fügt sich, der Erpel geht ob der trauten Einigkeit der beiden Herrrschaften in seinem Blickfeld auch mal lieber aus dem Weg. Ziel erreicht, Aufgabe erfüllt, Nopie kann nun sowohl Kühen als auch Gänsen hinterherrennen, dass es eine wahre Freude ist. Er sollte die Viecher zwar schubsen, aber anscheinend sind alle Beteiligten auch mit einem schnöden Scheuchen ganz gut zufrieden, grinsen sie doch alle minimal grenzdebil um die Wette.
Zum krönenden Abschluss und um den Erfolg der Therapie zu untermauern, werden sopwohl Bernd als auch Klaus zum Alexschen Almabtrieb eingeladen, dessen Spannung durch die Anwesenheit eines fast ausgewachsenen Limousin-Bullen ins Unermessliche getrieben wird.
Der Bernd hat wieder seinen Superhengst, den Fiutschascheucher Fips, am Start und lässt den alten Recken in Seelenruhe die Kühe von allein nach Hause treiben. Dieses ist wohl ein Beispiel für den lohnenswerten Einsatz der ansonsten deutlich inflationär gebrauchten Highspeed-Kamera. Den Fips in Zeitlupe zu beobachten, wie er blitzschnell die Rindviecher zusammenhält und mit aufgeregtem Mienenspiel schon den nächsten Schritt vorausahnt, ist wirklich eine wahre Freude; Würde aber vermutlich keine 50 Minuten Sendung füllen, deswegen müssen wir uns den anderen Quatsch halt auch antun.
Klaus und Nopie sind auch am Start, wegen den Beiden sind ja schließlich auch die Kameras da. Nopie kann inzwischen ganz super hinter den Kühen herlaufen und sie ab und an in den Allerwertesten zwicken und Klaus kann sich wirklich doll darüber freuen, dass Nopie hinter Kühen herläuft und sie in den Hintern zwickt. Jetzt will der Klaus auch seine Tochter wieder mit dem Nopie ins Gelände lassen, ich hoffe für sie, dass der Nopie beim Anblick einer Rinderherde auf der Weide nicht direkt auf die Idee verfällt, selbige zu jagen, zu schubsen oder in den Hintern zu beissen. Bei den vorherig ersichtlichen Führungsqualitäten der Nopieschen Besitzerschaft könnte das böse enden, auch und vor allem bei halbwüchsigen Limousin-bullen…
Fazit des Tages: Schuster, bleib bei deinen Leisten! Aus einem unwilligen Westernpferd ein anscheinend williges Westernpferd machen, das kann der Bernd, der Beweis wurde hiermit angetreten. Aber um auf meiner imaginären Popularitätsskala nach der Fiutscha-Nummer wieder über Null zu rutschen, muss er noch eine Menge Nopies in Kühe beißen lassen, und auch ein wenig Spott und Häme ertragen…

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