Der Anfang



IcH habe eine neue Lieblingssendung:
Die Pferdeprofis!!!

Vorab: Ich weiss, dass die Sendung durchs Schneiden vielleicht an Realitätsbezug verliert und für Menschen gemacht ist, die nichts von der Materie verstehen, aber dieser Hanebüchene Unfug lässt jedem, der ein wenig pferdeaffin ist, die Haare zu Berge stehen…

In jeder Sendung ‚lösen‘ die beiden Pferdeprofis Sandra und Bernd jeweils einen Fall. Letzten Samstag gab es wiederum zwei von der Sorte.

Da ich beim Zusehen meine Kinnlade nicht mehr hochbekommen habe, sah ich mich beinahe zwingend genötigt, eine leicht überspitzte Zusammenfassung der Allgemeinheit zugänglich zu machen…

Zur Erläuterung: Pferdeprofi Sandra ist unten umschrieben mit einem Ausspruch, der sie durch alle Sendungen begleitet…

Hier also der Tragödie erster Teil…:
(Wer einen Rechtschreibfehler findet, darf ihn gerne behalten!!)

Teil eins: Der hochgefährlich steigende Arabär

Wenn du denkst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Prüüümaaa her…

Zur Vorgeschichte: Mutti wollte sich dem Traum vom eigenen Hottie erfüllen, kauft sich ein junges schimmeliges Traumpferdchen mit wunderhübschen Arabaerschnütchen und versucht es mit Hilfe ihrer vermutlich fachkundigen Freundinnen parallel zu ihrer eigenen Reitkunst nach allen Regelnb der Tüdelei selbst auszubilden. Das Schimmelige Trakarab Geschoss hat irgendwann keine Lust mehr, dass Mutti ihr mit volem Gewicht in den Rücken nebst bescheiden angepassten Westernsattel plumpst und schüttelt sie ab.
Darauf hin denkt sich der kluge Schimmel: ‚Warum sich überhaupt Satteln lassen‘ und wehrt selbige Versuche mit ein wenig hüpferei der Vorderbeine ab. Als Mutti sich dann mal erdreistete, das Schimmelchen beim Satteln konsequent festzuhalten, wird Schimmel böse und fällt aus Versehen hinten über,dummerweise auf Steine. Nach Rücksprache mit allen fachkundigen Beteiligten wird beschlossen, dass Schimmelchen zu Gefährlich für Leib und Leben aller Beteiligten ist, und von nun an mit ungehörigem Verhalten im Umgang Mutti nur noch ungesattelt piesackt.

Und dann….

…dann kam Frau Prüüüma und rettet die Situation

Einstiegsszene: Frau Prüüüma auf dem Hof der stolzen Schimmelmama, die, heillos überfordert, mit einer ebenso begabten Hilfsperson am Kopf des Trakarabärs versucht, auf dem Reitplatz ein Monstrum von Westernsattel mit komplexem Gurtsystem auf dem dicken Schimmel festzuzurren. Das Tier läuft wie ein Brummkreisel um Halteperson rum, Mutti schriet mit Piepsestimme: ‚Steh, bitte, STEH!!! und bittet schließlich dfie Retterin in der Not, Frau Prüüüma, ihr doch zur Hand zu gehen.

Diese analysiert sofort fachkundig die Situation und beschließt, dass das Tierchen erst mal einen Checkup in der Klinik braucht (Wahnsinn, immer diese unkonventionellen Einfälle von den Pferdeguruis, ich bin baff!)
Dafür muss Schimmel aber auf den Anhänger und das mag Schimmel genauso wenig wie Satteln oder reiten.

Wie löst der Pferdeprofi so eine gefährliche Situation?
Richtig, Sie verpasst dem feurigen Ross ein schlecht sitzendes Monty-Roberts Halfter, stellt sich direkt vor sein Gesicht in die Anhängeröffnung und zieht so lange an der Longe, bis das Halfter den Augeninnendruck in einen gefährlichen Bereich hochquetscht. Der feurige Schimmel steigt und versucht durch winken der Vorderbeine, das Halfter wieder aus dem Auge zu bekommen, aber Frau Prüüma lässt nicht locker, denn man sieht ja wohl, dass der Schimmel da bislang immer mit durchgekommen ist, jetzt hat es das Halfter im Auge gefälligst zu akzeptieren!!!

Dann ist die Trennwand des Anhängers zur Seite gewichen (der klügere gibt halt nach) und Frau Prüüma gibt dem Trakarabär den Weg auf den Hänger frei. Dankbar steigt die dicke Tante in den Transportkasten. PRÜÜÜÜÜMA, gut das ein Profi anwesend ist, Mutti hat sich zwischendurch schon vor Angst an der Regenrinne festhalten müssen.

In der Klinik alles gut, nur eine Festigkeit im Rücken wird diagnostiziert.
Auch dafür gibt es einbe Lösung: Pferdepilates! Die eigens eingeflogene Physiotherapeutin erklärt dem faszinierten Profi, dass man Pferde mit Möhren dazu bringen kann, sich das Maul bis zum Hintern zu recken (Schon wieder diese neuen Erkenntnisse!)
Kombiniert mit Stangenarbeit machen sie aus dem trippelnden Schimmel nach zwei Wochen einen trippelnden Schimmel, der über Stangen laufen kann und Möhren am Hintern fressen.

Der große Tag ist gekommen, die Schimmelinte soll gesattelt werden.
Zuerst wird ein Pad aufgelegt, weil DAS KANN AUCH UNTER DEN BAUCH RUTSCHEN; DA PASSIERT NICHTS (Herr, lass Hirn regnen oder Steine, hauptsache du triffst…)
Das findet die Schimmle (O-Ton Prüüüma): total unangenehm und doof.
Richtig, zeigt sich deutlich durch das Ruhen des rechten hinterbeins und die schlappohren im Schritt.

Deswegen, soll das Tier vom Satteln durch ihr tägliches Pilates abgelenkt werden.
Dafür wird Mutti wieder angeschleift, die stellt sich direkt vor ihr (notorisch Steigendes!!!) Tier und stopft im Accord Leckerchen rein.
Währenddessen benötigt der Profi knappe fünf Minuten um den Sattelgurt zuzunesteln.
Geschafft – laut Frau Prüüma synapsiert der Trakarabär jetzt das Satteln mit dem Pilates und freut sich drauf.

Drei Wochen später kommt eine Sattlerin, die von dem zehn-kilo- mostrum, dass bisher verwendet wurde, abrät, aber oh Wunder, einen passenden neuen Sattel dabei hat, der beim traben maxiimal zehn Zentimeter auf und ab springt.

Mit frisch angepasstem Sattel muss der Mount Everest unter den Arabären auch mal wieder erklommen werden. Und wie macht man das?

Zunächst mal Helm und Weste an (Endlich mal ein sinnvoller Tipp, Frau Prüma, es wird ja!) Und dann die gesamte Vorbildfunktion mit dem Ar**ch wieder einreißen, indem man den Zwockel mitten auf der freien Pläne zwischen zwei vierkantstrohballen postiert um von erhöhter Position in den Sattel zu flutschen.
Das ist bestimmt gut, wenn das Tier sich überschlägt, hat der Reiter keine Chance, halb weg zu kommen, sondern wird in Gänze in eine handliche Kastenform gepresst, die die Verwertung nachher einfacher macht.
Zur Krönung steht Mutti mal wieder zentral vor dem Pferdegesicht und wartet mit voller Präsens auf eventuell fleigende Füße. Wenigstens musste sie diesmal kein Pilates machen.

Und wer bis dato noch nicht wusste, warum der Arabär sich nicht reiten lässt, dem fällt es wie Schuppen von den Augen, als Mutti selber in den Sattel soll.
Erst wird anständig an den Zügeln geruppt (das Gebiss hatte ein umsichtiger Mensch schon rausgenommen, aber der Glücksrad-Zaum wirkt bestimmt auch gut..
Dann klatscht mutti mit voller wucht und nicht gebremst elfengleich in die Mittelpositur der Schimmelinte um sich direkt am Knauf des Sattels festzuklammern wie eine ertrinkende an ein Stück Holz. Gottseidank gabs einen westernsattel, sonst hätte sie sich wohl an den Zügeln festgehalten…

Als krönender Abschluss der ‚Pferdetherapie‘ steigt Mutti im Gelände auf ihr wildes Ross (Ohne Aufstieghilfe noch eleganter, AUA)und wird von Frau Prüüma tatsächlich zehn Meter weit geführt.
Na GottseiDank dass es Frau Prüüma gibt, nach läppischen zehn Wochen und ein paar investitionen, kann Mutti zum ersten mal seit fünf jahren geführt fünf meter feldweg langreiten. SIEG!!!

Und die Moral von der Geschichte: Egal wie viele Leute dir erzählen, du sollst dir kein junges Pferd anschaffen, wenn du nicht mal in der Lage bist, den Chihuahua deiner Nachbarin davon abzuhalten, dir ans Bein zu pinkeln; oder wie viele Reitlehrer dir erzählen du musst erst noch VIEL lernen.
Egal wie viele Leute dir raten, dir vielleicht lieber einen Haflinger, Noriker oder ähnliches mit Nehmerqualitäten anzuschaffen, anstatt eine Rennmaschine oder hochmotorisiertem Sportpferd.
Egal wie viele Leute dich anflehen, dir ein gemütliches älteres Modell zuzulegen, von dem du lernen kannst….

… Kauf dir verdammt noch mal einen dreijährigen Arabermix, reite ihn selber an, lass dir bitte nicht helfen, frag keinen Tierarzt, verkauf es auch bloß nicht wieder und lass dir von keinem einzigen Semiprofi einreden, das Tier wäre gefährlich.

DENN

NAch nur fünf Jahren Leidensweg und der schlappen Investitionssumme von 10.000 Euro wirst du den passenden Guru gefunden haben, der dir dazu verhilft, wie im Film und deinen Träumen, mit DEINER White Beauty am Strick geführt im schwungvollen Schritt in den Sonnenuntergang zu reiten…

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