Die Paula ist ne Kuh… – Pferdeprofis vom 10.02.12

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nein, eigentlich ein Knabstrupper, ganze 5 Jahre alt, Flaschenkind weil die Mama gestorben ist bei der Geburt und vier Monate ohne jeglichen Pferdekontakt.
Zum einen ist das schon ganz schön schlimm, aber das man als neuer Besitzer dann noch mehr verbockt, ist wirklich noch viel schlimmer.
Jetzt ist die Paula jedenfalls eine Krawalltüte, in der Halle geht sie ab wie Schmitz Katze, bockt, keilt aus, attackiert Artgenossen ob mit oder ohne Reiter, Menschen mag sie auch nicht so und es wundert einen, wie die Besitzerin und alle anderen vom Hof das bis heute überlebt haben.
Ein Fall für Extremkuschlerin Sandra Schneider.
Was auffällig gut rüber kam und dafür muss ich sie auch mal etwas (wirklich nur ein wenig, ganz klitzeklein) loben, Sie hat sofort erkannt das der Mensch hier das Problem ist und auch wenn ein Pferd viel schlimmes erlebt hat, kommt es auf Konsequenz an und man darf da auch mal wenig zimperlich sein. Das waren tolle Worte, nur die Taten…

Nachdem Paula dann fast das Kamerateam samt Besitzerin totgemacht hat, steht fest, die muss zur Psychotherapie auf den Rosenhof. Gesagt, getan und da geht es munter weiter.
Ich frage mich noch immer, warum man ausgerechnet an einem Hengst vorbei gehen muss, wo man weiß, dass dieses Pferd mit anderen nicht kann, zum einen gefährlich für die Paula, für den Hengst und auch für die Frau Schneider die Todesmutig und konsequent rumschreit.
Lerneffekt = 0, aber vielleicht sollte da auch niemand was lernen bei.
Die Besitzerin wird von Sandra geschult im Umgang und wir hoffen inständig, dass sie irgendwann wirklich was lernt dabei, Handschuhe tragen oder Körpervollschutz, wäre zumindest ein Anfang.
Es geht also munter weiter und selbst der Pepper der auf dem Platz mitläuft zeigt nicht grade so sonderlich gutes Sozialverhalten, legt ebenfalls die Ohren an und giftet, aber der darf das, der hat Hausrecht.
Dann wird klar warum die Paula so ist, hat sie doch als Fohlen mit vier Monaten einen Wallach kennengelernt, der sie in der heimischen Halle in die Ecke gedrängt und vermöbelt hat, nicht das dieses Detail wichtig gewesen wäre zu Beginn der Therapie und vielleicht eine Erklärung für ihr Verhalten.
Die Sandra fliegt jedenfalls nach München und holt sich fachmännischen Rat, weil der Tütenstock und alles nicht so geklappt haben. Zu ihrer Verwunderung muss sie dann hören, dass die Paula fehlgeprägt ist und überfordert, aber man kann das ja mal mit einem Kumpelpferd probieren, im Gelände und nicht in der Halle wo sie sich eingeengt fühlt.
Zurück nach Hause und Paula wieder in heimischen Gefilden, wird das gleich mal geübt und oh Wunder, es funktioniert schon fast perfekt, da hätte man nicht mal selbst drauf kommen können.
Manchmal frage ich mich wirklich, wo die die ganzen Problemmenschen hernehmen, denn die Pferde verhalten sich ja für ihre Verhältnisse normal und jeder mit etwas Pferdeverstand hätte die Probleme bisher lösen können…

2 Gedanken zu „Die Paula ist ne Kuh… – Pferdeprofis vom 10.02.12

  • 21. Februar 2018 um 21:10
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    Immer wieder DAS Lesevergnügen. Vielen Dank für die vielen tollen Beiträge – nicht nur über die ProViehs, auch alle anderen „selbstkritischen“ und sarkastischen Geschichten lese ich mit grösster Begeisterung. Ich gestehe – ich in Fan von Pferdeprofis-an-der-bande.de
    Danke – es gibt eindeutig zu wenig Leute deiner Gattung!!
    Alles Liebe sestrilevante

    • 21. Februar 2018 um 23:14
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      Vielen Dank für die Blumen 😉
      Die nächsten Texte sind schon in Arbeit 😉

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