Ernst, geh mal beiseite, mach wieder ein bisschen Platz für den Spaß!



Es gilt, den Vorsprung aufzuholen…

Wie immer handelt es sich beim vorliegenden Text um eine satirische und ironische Zusammenfassung eines sogenannten HELP-Formates. In der Hauptsache geht es mir darum, die Sendung als solches zu verballhornen, dass die Hauptdarsteller ab und an einen Seitenhieb abbekommen, ist nicht zu vermeiden. Allerdings liegt mir nichts ferner, als beiden so genannten Pferdeprofis im realen Leben ihre Fachkompetenz abzusprechen, nur ist das was ich auf der Mattscheibe allwöchentlich zu sehen bekomme, von dem was ich subjektiv als Fachkompetenz wahrnehme, so weit entfernt wie ein Elefant von der Antarktis. Ich erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit, manch zu- oder weggedichtetes Detail ist einzig meinem löchrigen Gehirn geschuldet.

Meine geneigte Leserschaft will ja anscheinend wirklich, dass ich diese Farce von Sendung am letzten Samstag tatsächlich kommentiere. Nun denn.

Der Tragödie neunter Teil:

Hui-Buh, der vollkommen gewöhnliche und absolut knatterbrave Noriker…

Was macht so ein Fäährdeprofie eigentlich, wenn es mal keine Problemfäährde mehr zu therapieren gibt? Richtig, er nimmt ein ganz gewöhnliches Jungpferd mit vollkommen überforderten Besitzern und zwangsbespasst es solange, bis er ein Problem zum lösen findet…
Der ZöpfchenBernd fährt heute nach Augsburg zu seinem alten Bekannten Olli. Der Olli hat schon mal ein Problem-Pferd gehabt, dem nur noch der Bernd helfen konnte, dieser Fall wurde anscheinend zur allgemeinen Zufriedenheit gelöst, deswegen darf er jetzt auch wieder ran.
Im Einspieler erfahren wir, dass der Olli sich ein Nachwuchspferd erstanden hat, den wunderschönen Mohrenkopfschimmelfarbenen Noriker Hui-Buh. Das alte Schreckgespenst wurde als roh verkauft, oder als fast roh; nee, roh, also so, dass man nur Schritt reiten konnte, also Galopp ging nicht, das war zu schwer. Aber familienfreundlich sollte er sein, und verladefromm, der Ford Galaxy unter den Pferden quasi. Dann haben der Olli und seine Frau Sabine versucht, den Hui Buh weiterzubilden, zum Ritterpferd, pardon, Reitpferd. Das hat nicht so besonders funktioniert, deswegen ist jetzt Zöpfchenpower gefragt. Wenn der Bernd dem schneidigen Kaltblüter keine Flötentöne beibringt, dann müssen sie ihn nämlich leider verkaufen (bestimmt als familienfreundlich , verladefromm und roh, also fast roh)
Das mit dem Reiten ist nämlich in der Olli – Sabine Kombo so eine Sache. Der Olli kann sein Westernpony schon ohne Zügel lenken, so stellt er sich das auch vor mit dem Reiten lacht er in die Kamera. Vor dem kalten Blüter hat er inzwischen Angst, weil er schon so oft einen unfreiwilligen Abgang gemacht hat, dass es so langsam nicht mehr witzig ist. Und Angst haben ist nicht gut.
Sabine hat nicht so viel Angst, die hat nämlich einen Waffenschrank zuhause. Einen Helm auf und ne Sicherheitsweste an (gut so, Sabine…) eine blanke Kandarre mit langen Anzügen in die Norikerschnauze, lange Sporen an die Füße und nen langen Prügel in die Hand (geht’s noch Sabine???); ab jetzt wird zurückgeschossen. Soll der dämliche Kalti mal sehen, was er von seinem kalten unreitbaren Gehabe so hat. Will er vorwärts, gibt’s mit der Stange einen Insterburger, dass die Zunge passend zur Fellfarbe blaugrau anläuft, will er rückwärts, werden die bespornten Füße nach hinten geschmissen und unter der Schabracke mit den Sporen im Norikerfatt geprokelt. Zusätzlich gibt’s noch anständig Dresche mit dem Prügel, aber bitte nicht die Zügel länger lassen als fünfzehn Zentimeter, dann gäbe es nämlich für Hui Buh nicht passend zu jedem Schlag einen in die Gusch.
Hui Buh tut, wie ihm geheißen und läuft: vorwärts, rückwärts, seitwärts, ran; Hacke, Spitze, hoch das Bein… Er hebt die Vorderfüße drei Zentimeter in die Luft (EIN STEIGER!!!) dann kommt auf einen anständigen Gertenschlag der Poppes nach (eEIN BOCKER!!!) und schließlich und endlich ist er entnervt und will nach Hause (EIN KLEBER!!!!)
All diese Probleme wird der Bernd aber im Nu beheben und er wählt den besten aller Ansätze: Er lässt sich das Pferd lieber gar nicht vorreiten.( Besser so, hätte er seinen alten Freunden doch sagen müssen, dass sie besser in eine ganze Menge Reitstunden investiert hätten , als in ein junges Pferd…)
Er „longiert“ den dicken lieber auf dem Paddock des heimischen Offenstalls. Will sagen, er zentrifugiert ihn am Knotenhalfter mit DreiMeter strick links und rechts um sich rum. ZöpfchenBernd erklärt uns auch noch mal, dass beim zentrifugieren der Handwechsel keinesfalls durch rucken am Knotenhalfter eingeleitet wird, sondern durch rumschmeißen der pferdigen Hinterkarre. (Wahrscheinlich nur, damit wir sehen, wie man es nicht macht, rumpelt er jedes Mal zum Handwechsel an der Leine wie ein Matrose zum Segel hissen) Auf des Bernds Geheiß sperren Olli und Sabine die anderen Pferde in die Boxen und der Bernd ist mit dem Hui Buh alleine draußen. Durch dramatische Musik und den klugen Kommentator erfahren wir, dass der kalte Blüter jetzt „voll nervös“ wird; gut, dass es die Stimme aus dem Off und die musikalische Untermalung gibt, sonst wären wir tatsächlich noch auf die Idee gekommen, dass der Hui Buh genauso entspannt ist, wie vor der Kameradenflucht.
Macht ja aber nix, auch einem entspannten Pferd kann man ein paar Mal anständig mit der flachen Hand ins Gesicht watscheln, es lernt in jedem Fall was davon. (Vielleicht wird es sogar kopfscheu…?)
Und weil der Dicke Buurli sich mit dem Knotenhalfter wirklich noch viel zu klug anstellt, macht der Bernd mal lieber das Lasso um den Noriker-Specknacken, dann kann man vielleicht wenigstens ein bisschen würgen, wenn das Tier sich tatsächlich mal freiwillig bewegen sollte. Den Gefallen tut der Hui Buh dem Bernd aber nicht, der findet den Kalti toll, weil er sein eigenes Temperament in Pferdeform wiedergespiegelt sieht und empfiehlt eine dreimonatige Intensivtherapie auf der Hacklschen Homebase. (Irgendeinen Blödsinn muss das Tier doch anstellen können…)
Folgerichtig wird der Dicke am nächsten Tag angeliefert und direkt mal mit einem vollkommen fremden Pferd, der Hacklsch-ungarischen Coproduktion Ferrox (ein schicker Schimmel mit tollem Gesicht), in die Halle gesperrt (Das empfiehlt sich grundsätzlich mit einander unbekannten Pferden, no risk, no fun und so…) Der Hui Buh soll sich nämlich an den neuen Freund gewöhnen, damit es nachher mehr schmerzt, wenn man ihm den Freund wieder klaut.
Diese Idee wird sogleich in die Tat umgesetzt, Bernd watschelt mit dem kalten Blüter, Olli schlurft mit dem Habsburger Schimmel, einmal um die Halle. Dann sollen Olli und der Graue raus aus der Halle, damit der Hui Buh nicht mehr mit dem Schimmel, sondern mit dem Bernd spielen will. Der Hui Buh will auch wohl spielen und latscht dem Bernd mit leicht verwundertem Gesichtsausdruck hinterher. Deswegen kann der Bernd einen Schritt weiter gehen und krabbelt (natürlich ohne irgendwelche Schutzvorrichtungen, aber, ganz ehrlich, auf den braven Zampel wäre vielleicht sogar ich ohne Helm aufgestiegen…) auf den eisgrauen Norikerrücken. Der brave Burli macht seinem Kosenamen weiter alle Ehre, krabbelt auf Knotenhalftergerucke drei Meter rückwärts und dreht sich zweimal um die eigene Achse. Nachdem Bernd total erleichtert ob der Willigkeit des Patienten wieder runtergeflutscht ist, hüpft er noch eine Weile vor der Pferdenase rum wie von der Biene gestochen und ergießt sich in Begeisterungsstürmen, weil der Norikerschädel ihm bei jeder Bewegung folgt.
Daraufhin wird der Olli wieder in die Arena der Giganten gerufen, mit dem braven Ferrox natürlich. Nach Ankunft wird ein pferdischer Partnertausch vollzogen, nach der obligatorischen Runde zu zweit wirft der Bernd den Ferrox aber wieder aus der Halle. Jetzt soll der Olli sein Pferdchen alleine führen, sollte der Abstand zwischen Kaltblut- und Menschenfüßen zu groß sein, soll sich der Olli einfach selbst das Seil um die Ohren schlagen, dabei aber vermeiden, seine Augen zu treffen. Es kommt zu keinerlei Verletzungen, weil der Hui Buh so clever ist, Abstand zu halten. Daraufhin soll der Olli dem Dicken den Strick über den Hals werfen. Weil so ein Norikerhals halt sehr dick und so ein Olliarm halt sehr kurz, schmeisst letzterer das Seil mit Schwung über ersteren. Das Ende des Strickels baumelt dann auch lässig zwischen den Hui Buhschen Krautstampfern, als dieser seinem Besitzer treudoof hinterher watschelt. Olli kann sich noch nicht so dolle freuen wie Bernd, denn eine Reithalle ist ja für Anfänger, im Gelände wird der Koloss schon wieder fahnenflüchtig werden, mutmaßt er.
Deswegen sattelt der Bernd den Mohrenkopf drei wochen apäter für den ultimativen Geländetest. Allerdings muss er vorher nochmal als Demonstrationsobjekt für die hohe Kunst der Doppellonge herhalten. Damit nicht so viel Druck auf das (inwzischen um Stange und Anzug beraubt auf jungpferdefreundlicheres Olivenkopf umgestellte) Gebiss kommt, kommt das gute alte Knotenhalfter unter der Trense zum Einsatz. Bernd betont, dass das die netteste Variante der doppelten Longiererei ist, vor allem für Pferde wie das Schreckgespenst, welches ja bekanntermaßen das Gebiss noch gar nicht kennt!!!! (Oha, wen wollen die VOXler hier eigentlich veräppeln…?)
Der kluge Kommentator lässt uns wissen, dass Hui Buh alle Manöver ausführt, als würde er das Spielchen bereits kennen (DAS PFERD tut das auch, bei Bernd bin ich mir da nicht so sicher…) Bernd ist so glücklich mit seinem Burli, dass er auch den letzten Vverbleibenden Rest Leine in seinen Händen fallen lässt und um seine Füße wickelt (Gott sei Dank ist der Dicke brav…). Danach wird aufgesessen und im Roundpen ein Ründchen geritten. Weil der bislang eher Rückwärts eingestellte Kalti für Bernds Geschmack aber zuviel Vorwärtsdrang entwickelt (Ich wäre ja froh, wenn ein Blockierer mal von alleine läuft, aber was weiß ich schon…), wird der schöne schwarze Schädel aber in regelmäßigen Abständen mit einem ordentlichen Ruck im Maul gegen die Roundpenumzäunung geklatscht. Kurz vor der entgültigen Verwirrung des Schreckgespenstes gibt sich der Bernd mit dem gewählten Tempo zufrieden und entlässt den Dicken in die Wildnis.
Mit Freund Ferrox, geritten von einer Gehilfen des ZöpfchenBernd, soll es nun ins Gelände gehen. Der ungarische Schimmel stiefelt munter vom Hacklschen Gehöft, der Ferrox stiefelt hinterherDer Bernd hat sich aber anscheinend umentschieden, was den Geländegang anbelangt und rast erstmal nebst kaltblütigem Untersatz in trabender Endgeschwindigkeit um eine im Hof befindliche dicke deutsche Eiche herum. Weil der kalte halt sehr kalt ist, braucht er keinerlei Beinschutz, während er angetrieben von Zöpfchenpower über Baumwurzeln, Schotter und Pflasterkantsteine stolpert. Nach drei Runden hat der Bernd ein Einsehen und steuert von Ferrox weg auf eine sich auf dem Hof befindliche Pferdeanhängerdeichsel zu. Der HuiBuh will da nicht so gerne hin, deswegen haut der Bernd sich selber,begleitet von Pfeif- und Zischgeräuschen, klatschend auf den Oberschenkel. Das fürsorgliche Schreckgespenst will ungern, dass der Bernd sich selber Schaden zufügt und tut dem Reiter den Gefallen, einige Schritte geradeaus zu tun.
Im Gelände angekommen, bedeutet Bernd seiner Getreuen, sich wieder den Hügel runterzuscheren, reitet mit dem Dicken in die entgegengesetzte Richtung und kann furchtbar romantisch auf dem asphaltierten Weg in die Abendsonne galoppieren.
Weil es natürlich aber nix bringt, wenn der Bernd das mit dem Burli kann, wird wiederum einige Wochen später der Olli eingeflogen und (klar, wieder ohne Helm, dafür aber mit geschnürten Turnschuhen…) auf den kalten Blüter geschnallt. Wiederum ist es sehr praktisch, dass Musik und kluger Kommentator auf die vom Reiter verursachte Nervosität des Mohrenköpfchens hinweisen, sonst hätten wir sie wohlmöglich glatt übersehen!
Das Dreamteam macht sich auf den Weg in die wilde bayerische Prärie um sich an des Weges Gabelung wiueder in seine Einzelteile aufzuspalten. Bernd reitet runter, Olli soll hoch. Die Lenkung tuts am Anfang nicht so ganz, der Kalte und der Olli hüpfen von längs nach quer über den Reitweg wie ein Ball im Flipperautomaten. Laut Kommentator wollte der Olli das PinPong Spiel aber genauso haben, weil dadurch der Burli ja gezwungen ist, ihm Aufmerksamkeit zu schenken (Er sollte vielleicht aufpassen, dass der Dicke nicht die schwarze Nase voll hat von dem Gehampel und Geziehe und auf direktem Weg und nicht über Los, wieder nach Hause entschwindet). Egal wie, Hui Buh ergibt sich schließlich in sein Schicksal und darf wiedermal in lustigem Galopp Asphaltwege entlangstolpern (Immer weiter so, Pferde mit Sehnenschaden dürfen ja nicht geritten werden, würd dem kalten Bruder bestimmt nbichtn schlecht gefallen, so ein gelber Schein…) Wiedermal sind alle glücklich, der Olli, weil er zum Geburtstag mit seinem eigenen Nachwuchspferd ausreiten durfte, und der Bernd, weil er ganz fein easy eine Menge Geld verdient hat. Der Hui Buh ist glücklich weil KandarrenMutti nicht mehr aufgestiegen ist, und der Zuschauer, weil der Hui Buh nun doch nicht verkauft werden muss. (Ich bin da nicht ganz d’accor, aber wie gesagt, ich weiß, dass ich nichts weiß)
Ein einziger Wehmutstropfen bleibt; der Bernd wird seinen kaltblütigen Seelenverwandten vermissen. Also den Hui Buh, nicht den Olli, oder doch, den Olli auch, aber nicht so doll.
Was haben wir heute gelernt?
-Nichts. Absolut Nichts.

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