Offener Brief an VOX und Mina TV

Ein offener und bis heute unbeantworteter Brief den wir euch nicht vorenthalten wollen.
Vielleicht reicht unsere Reichweite aus um endlich eine Antwort zu erhalten.
Dieser Brief wurde damals von Nicola Steiners verfasst und kann auf ihrer Webseite mit allen weiteren Infos nachgelesen werden.
Link zum Brief

Liebes Team rund um die Produktion der Pferdeprofis, geehrte Vox-Redaktion,

Wir outen uns, denn wir gehören zu den Leuten, die regelmäßig Ihre Sendung „Pferdeprofis“ schauen. Allerdings sind wir mit den Inhalten der Sendung nicht wirklich glücklich. Es wird der Anschein erweckt, dass es hier um bloße Unterhaltung geht und die Sendung im Bereich Problempferdetraining bzw. Horsemanship z.T. falsche Akzente setzt. Daher wenden wir uns mit dem Zuschauerwunsch an Sie, das Konzept der Sendung dahingehend zu überdenken, dass sich auch Menschen, die sich selbst intensiv mit Natural Horsemanship befassen, damit identifizieren können. Immerhin werden in Ihrer Sendung ja sehr häufig Techniken und Vorgehensweisen aus dem Feld des Horsemanship entnommen, die leider teils falsch angewendet werden, wie z.B. die Technik mit dem Zahnstocher oder die Prägung eines Fohlens. Wir möchten dabei betonen, dass es sich dabei nicht um Kritik an der Person des Trainers handelt, (jeder macht Fehler und jeder sagt einmal etwas, was einfach unbedacht war), jedoch entsteht der Eindruck, als würden durch den Schnitt möglichst viele unüberlegte Aussagen gezeigt und als würde der Fokus auf den Fehlern der Trainer liegen. Dies ist nicht nur den Trainern gegenüber unfair, deren Ruf in der Öffentlichkeit Schaden nimmt, sondern auch der Pferde, denen der Stempel Problempferd aufgedrückt wird, obwohl es sich meist um eine fehlende fundierte Ausbildung im Umgang mit Pferden handelt.

Der folgende offene Brief wird auf der Homepage der Unterzeichner veröffentlicht. Da wir sehr auf eine Stellungnahme der VOX-Redaktion hoffen, bitten wir um Erlaubnis diese Stellungnahme dann an gleicher Stelle veröffentlichen zu dürfen. Verfasst wurde der Artikel nur von einer Person, da diese gelernte Redakteurin ist und sich somit im Presserecht gut auskennt, bspw. bei der Unterscheidung von Privatpersonen und Personen des öffentlichen Lebens, daher wird teilweise die Ich-Form gewählt. Die Verfasserin betreibt selbst Natural Horsemanship auf einem recht hohen Niveau, möchte sich aber vorab gegen Vorwürfe wie Neid oder Missgunst verwahren, denn dies ist keineswegs der Hintergrund für diesen Artikel. Der Brief soll vielmehr eine rein journalistische Sachkritik sein: Ich habe u.a. Medienwirkungsforschung studiert und weiß, wie groß das Vertrauen ist, das die Zuschauer dem Fernsehen entgegen bringen. Übertragen auf die Pferdeausbildung bedeutet das, dass jemand, der im Fernsehen als Pferdetrainer auftritt, als besonders kompetent gilt. Was dort an Botschaften transportiert wird, macht Schule und würde selbst dann als fundiertes Fachwissen gelten, wenn es von allen anderen Trainern nicht anerkannt werden würde. Ohne Frage: Fehler passieren jedem, aber muss es wirklich sein, dass diese Fehler im Fernsehen gezeigt werden und damit Vorbildfunktion für ein Millionenpublikum haben? Vielleicht ist diese Vorbildfunktion von Vox und Mina TV nicht gewollt. Die Medienwirkungsforschung weiß aber, dass ein Sender auf die Wirkung gar nicht den gewünschten Einfluss hat. Entscheidend ist, dass eine Vorbildfunktion auch dann entsteht, wenn diese gar nicht beabsichtigt war. Daher bitten wir Vox, um einen verantwortungsvolleren Umgang mit seinen Botschaften in Bezug auf das Lebewesen „Pferd“.

Die Kritik ist auch, dass die Ausbildungsmethoden durch Schnitte sinnentfremdend dargestellt werden. Daher wenden wir uns an Sie mit der Frage, ob es wirklich keinen Austausch zwischen Ihnen als Produktionsteam und den Darstellern gibt? Welcher Experte prüft die Sendungen auf inhaltliche Richtigkeit, wenn nicht die Pferdeprofis selbst? Werden sinnentfremdende Schnitte in der Redaktionskonferenz oder im Gespräch mit den Darstellern thematisiert? Da im Fernsehen mit entschieden wird, was in der Pferdewelt als richtig und als falsch gilt, möchten wir an dieser Stelle einige bei den Vox-Pferdeprofis sinngemäß ausgesprochene Botschaften, die uns in jüngster Zeit aufgefallen sind, mit einem kritischen Auge betrachten. Die Kritik wendet sich nicht gegen die Personen, sondern schlicht gegen die transportierte Botschaft selbst:

Botschaft 1: „Ein Pferd sollte den Reiter vorwarnen, bevor es sich erschrickt.“ Ein Moderator sagt mehrfach: „Das Pferd hat seine Besitzerin ohne Vorwarnung abgeworfen bzw. ist ohne Vorwarnung losgerannt.“ Zwar merkt ein feinfühliger Reiter sehr wohl, die Muskelspannung seines Pferdes, bevor es erschrickt oder losrennt, aber warum sollte ein Flucht- und Beutetier eine Warnung abgeben? Aus der Sicht des Pferdes geht es um Leben und Tod: Der angreifende Tiger würde das Beutetier ja schließlich auch nicht vorwarnen – dieser hofft vielmehr, dass ihn keiner sieht, daher muss das Pferd schneller sein als der Tiger. Das Pferd hat vielmehr ein indirektes Signal gegeben, das der Reiter nicht erkannte oder eine Frage gestellt, die vielleicht vom wenig fachkundigen Reiter nicht oder gar missverständlich beantwortet wurde.

Botschaft 2: Pferdeprofi: „Das Pferd wurde bestimmt zu jung angeritten und deswegen ist es jetzt schwierig.“ Da öffentliche Kritik für die Kritisierten fatale Folgen haben kann, sollte diese besonders im Fernsehen nicht auf Mutmaßungen, sondern immer nur auf Fakten basieren. Denn selbst dann, wenn keine Namen genannt werden, wird der Ruf anderer Trainer (Westernprofis) geschädigt. Westernpferde bzw. Quarter Horses werden schon seit Jahrzehnten meist zwischen zweieinhalb und drei Jahren angeritten und das in der Regel, ohne dass diese Pferde schwierig werden. Dennoch sieht sich der landläufige Westerntrainer aufgrund solcher TV-Aussagen dem Vorwurf der Tierquälerei ausgesetzt. Und dies auch dann, wenn die TV-Botschaft wie im vorliegenden Fall nur eine Vermutung ist. Manche Pferde sind nämlich auch schwierig, weil sie zu spät angeritten wurden – wünschenswert wäre in diesem Fall eine fachkundige Sendung, die hilft das richtige Mittelmaß zu finden.

Botschaft 3: Pferdeprofi:„Das Pferd ist mit der Nase hinter der Senkrechten: es wurde bestimmt mit harter Hand angeritten.“ Es ist nichts weiter als eine Vermutung zielt dabei jedoch als Anschuldigung gegen eine zwar nicht namentlich genannte, aber doch sehr große Zahl von Pferdeausbildern, die sich nicht wehren können, deren Ruf aber dennoch Schaden nimmt (potentiell alle Bereiter der klassischen Reitweise). Pferde müssen Zügelkontakt erst einmal Schritt für Schritt lernen. In manchen Phasen der Ausbildung kann es gelegentlich vorkommen, dass ein Pferd kurzfristig hinter die Senkrechte gerät. Das sollte man nicht mit Rollkur verwechseln, bei der das Pferd dauerhaft und so lange in einer Position gehalten wird, dass die Muskeln beginnen zu schmerzen und zu brennen. Eine solche Kopfhaltung kann auch durch fehlende Muskulatur verursacht werden, gleiches gilt für das so genannte Phänomen „Sternengucker“. Hier sollte der Sprecher vielmehr im Off Tragfähigkeit und Muskelaufbau miteinbeziehen und die Zuschauer vielmehr über eine korrekte Beurteilung der Gründe einer fehlerhaften Kopfhaltung aufklären.

Botschaft 4: Einer der Profis kommt zu folgender Schlussfolgerung: „Ich habe die Vermutung, dass jemand anderes schon mal versucht hat, das Pferd einzureiten und gescheitert ist.“ Falls es so gewesen wäre, wäre es wirklich so erwähnenswert? Es hilft niemandem über die Vergangenheit eines Pferdes zu sinnieren – am wenigsten dem Pferd. Da Pferde im Hier-und-Jetzt leben, muss man nach vorne schauen und mit dem umgehen, was das Pferd in genau diesem Moment kommuniziert. Im Natural Horsemanship würde man sämtliche Schritte der Pferdeausbildung wiederholen, um etwaige Lücken zunächst zu „diagnostizieren“ und dann zu „reparieren“.

Botschaft 5: Der gleiche „Profi“ sagt sinngemäß: „Bei diesem Pferd wird es Jahre dauern, bis man es sicher reiten kann.“ Nach außen entsteht leider der Eindruck: Wenn der es nicht kann, dann kann es keiner! Man nimmt ja allgemein an, dass jemand deswegen ins Fernsehen kommt, weil er besonders gut in seinem Fach ist. Daher fragen wir an, ob die Profis von dritter Stelle geprüft wurden und welche Ausbildung beide in Sachen Pferd vorweisen können.

Botschaft 6: Vom Sprecher im Off wird mehrfach betont, dass es um sanfte Pferdeausbildung ginge – folgende Aussage steht im Widerspruch dazu: „Das Pferd hat Stress, aber das macht nichts. Das Pferd muss eben lernen, mit Stress umzugehen.“ Wie soll ein Beutetier dies aber lernen? Indem man dem Pferd mit möglichst viel Stress auf einmal konfrontiert? Ich finde vielmehr, dass das Pferd lernen soll, dass es seinem Menschen vertrauen kann und es in seiner Gegenwart sicher ist, dann kommt Stress gar nicht erst auf.

Botschaft 7: „Die frühe Prägung eines Fohlens ist zwar wichtig, aber man kann darauf auch verzichten.“ Da einer der Pferdeprofis selbst diese Prägung des Fohlens in den ersten Lebenstagen versäumt, wird dem Zuschauer vermittelt, dass man auf diese Prägung verzichten kann, wenn man gerade einmal nicht viel Zeit hat, denn das daraus resultierte Problemverhalten kann man ja später korrigieren. Dass dies für das Pferd allerdings unnötigen Stress bedeutet, wurde leider nicht gesagt. Die mündliche Äußerung des „Profis“, dass man die Prägung früher vornehmen sollte, wurde vielmehr mit einem zwinkernden, lachenden Auge geäußert, was wir als unangemessen empfinden.

Botschaft 8: „Es ist ungefährlich einen Führstrick um die Hand zu wickeln.“ Hier wird noch nicht einmal vom Sprecher im Off darauf hingewiesen, dass es Menschen gibt, die ihre Finger verloren haben, weil sich ein Strick zuzieht, wenn das Pferd einen „Satz“ macht. Immerhin werden in der Sendung keine braven Pferde, sondern durchweg so genannte Problempferde gezeigt. Insgesamt wünschen wir uns als Zuschauer, dass dem Thema Sicherheit mehr Gewicht gegeben wird – als Beispiel sei auch der fehlende Helm genannt, zumindest, wenn sich ein Reiter auf ein Pferd setzt, was als gefährlich eingestuft wurde (z.B. durch den Sprecher im Off).

Botschaft 9: „Pferde können damit umgehen, wenn sie vorne am Kopf festgehalten werden“. In vielen Einstellungen fällt auf, dass der Strick immer sehr kurz am Pferdekopf gehalten wird. Abgesehen davon, dass man so überhaupt keine Hebelwirkung hat (je länger das Seil, desto mehr Krafteinwirkung), reagieren nicht wenige Pferde auf dieses vorne Festgehalten-Werden klaustrophobisch und kämpfen, weil sie sich gefangen fühlen und Angst haben, bei einem Raubtier-Angriff nicht flüchten zu können. Somit sollte ein durchhängendes Seil zumindest angestrebt werden.

Botschaft 10: „Man muss Pferde aufs Verladen nicht sonderlich vorbereiten“. Das wäre ungefähr so, als würde man die zwölf Schuljahre vor dem Abitur weglassen. Ein Hänger wirkt auf Pferde wie ein Käfig auf Rädern, wo es von allen Seiten eingeengt und gefangen wird. Deswegen sollte das Verladetraining mit weniger beängstigenden Hindernissen gut vorbereitet werden. Geht es am Ende an den Hänger selbst, ist es in den ersten Tagen wichtig, dass ein Pferd auch wieder herausgehen darf: Das gibt ihm Sicherheit. Somit hat es uns in der ersten Folge der Pferdeprofis nicht gewundert, dass das Pferd über die vordere Stange geraten ist – das war einfach absehbar.

Botschaft 11: Einer der Profis sieht das Problem in der Ausrüstung statt in der deutlich sichtbaren nach hinten wirkenden Reiterhand. Fazit: „Das Pferd mag halt kein Gebiss und deswegen reiten wir es ab jetzt nur noch gebisslos.“ Hier sehen sich dann alle Reiter einer ungerechtfertigten Kritik ausgesetzt, wenn sie mit Gebiss reiten. Sogar diese, die im jahrelangen Unterricht gefühlvolle Meister ihres Fachs sind. Es entsteht leider der Eindruck, dass man dem Pferd weniger Schmerzen ohne Gebiss zufügt, was ein Trugschluss ist, da eine nach hinten wirkende Hand mit dem Knotenhalfter auf die Nasenpartie des Pferdes empfindliche Nerven quetscht. Egal mit welchem Kopfstück: Die Reiterin sollte bewusster mit Zügelhilfen umgehen. Im Westernreiten gilt der Grundsatz, dass der Zügel weder zum Anhalten oder Lenken da ist, sondern zum Stellen und zum Biegen und da hilft schlicht und ergreifend nur (guter) Reitunterricht.

Botschaft 12: Gleicher Profi sinngemäß: „Es liegt an der Reitweise.“ Es gibt in jeder Reitweise gute und schlechte Reiter. Ich habe kürzlich das Buch „Irrwege der modernen Dressur“ von Phillippe Karl gelesen und war erstaunt, wie viele Parallelen es zwischen dem Westernreiten und der richtig verstandenen klassischen Dressur gibt.

(Nachträgliche Ergänzung: Weil gerade das in den Kommentaren unten sehr häufig erwähnt wurde, möchte ich an dieser Stelle aufgreifen, dass mir die Seitenhiebe gegen Englischreiter in der Sendung auch aufgefallen sind und nehme hiermit die Kritik an – das hätte ich wirklich deutlicher schreiben sollen.)

Botschaft 13: Kranke oder körperlich beeinträchtigte Pferde werden erst ins Training genommen und nur dann tierärztlich untersucht, wenn sie ihre Trainer mit Huftritten auf ihre Schmerzen aufmerksam machen. Es stellt sich hier die Frage: Wenn einem Profi Fehler passieren, was menschlich ist – warum müssen diese Fehler einem Millionenpublikum präsentiert werden, die dann genau diese Fehler als das Richtige ansehen? Zunächst sollte der gesundheitliche Zustand des Pferdes und dessen Ausrüstungsgegenstände hinterfragt werden, bevor das Thema Problempferd angesprochen wird.

Botschaft 14: Es wirkt so, als wäre es üblich, Pferde zur Gewöhnung an den Sattel mit einem Pad abzuklopfen. Leider wirkt dieses so genannte „Aussacken“ auf die Zuschauer nicht gefühlvoll und sanft, sondern sehr mechanisch. In erster Linie sollte das Pferd ohnehin dem Menschen vertrauen und nicht dem Gegenstand, was dazu führen würde, dass ein Pferd denkt: „Egal mit welchem Gegenstand mein Mensch kommt, es wird mir nichts passieren.“ Echte Profis der Pferdewelt nutzen dabei eine Strategie, die im deutschen Fernsehen noch nicht einmal erwähnt wird: Annäherung und Rückzug. Eine Sattelgewöhnung, bei der das Pferd den Sattel wiederholt abwirft, wirkt auf uns im höchsten Maße unprofessionell.

Botschaft 15: Manchmal ist das, was nicht gesagt wird, viel wichtiger als das Ausgesprochene. Die Begriffe Beziehung und (gegenseitige) Kommunikation habe ich im deutschen Fernsehen lange nicht mehr gehört – zumindest nicht im Zusammenhang mit Pferden. Dabei kommt es doch genau darauf an. Wenn ein Pferd den Menschen nicht mag und es keine Zuneigung zwischen beiden gibt, dann darf meines Erachtens kein Training im eigentlichen Sinne erfolgen. Denn vor dem Respekt muss bei einem Beutetier ja immer das Vertrauen stehen. Und vor dem Anreiten, sollte auch das Thema gegenseitiger Respekt am Boden geklärt worden sein. Pferde, die keinen Respekt vorm Menschen haben, sind tatsächlich gefährlich. Vielmehr sind Pferde, die aus Angst oder Unverständnis beißen, weil der Mensch ihnen nicht den nötigen Respekt erweist, viel gefährlicher.

Botschaft 16: „Die im Format gezeigten Pferde sind besonders schwierig.“ Die in der Serie gezeigten Pferde zeigen fast durchweg völlig normales Pferdeverhalten – es sind ganz einfach Flucht- und Beutetiere und das bedarf eines ganz besonderen Umgangs, den die Sendung nicht vermittelt. Stattdessen wird die Schuld nicht bei Menschen in der Umgebung des Pferdes gesucht, sondern bei dem Pferd selbst. Der Mensch, als denkender Organismus, sollte zunächst immer erst sein Verhalten überdenken, bevor er die Instinkte eines Tieres verurteilt.

Letzter Punkt: Widersprüche zwischen dem, was im Off gesagt wird und den gezeigten Bildern: Hier möchten wir nur ein einziges Beispiel nennen, das nur exemplarisch ist und sich durch weitere Beispiele ergänzen ließ. Besonders deutlich wurde die Diskrepanz zwischen gesprochenem Wort und dem gezeigten Bild am Beispiel des Lassos beim Pferd Future: Der Off-Sprecher sagt, dass das Lasso immer durchhängt, im Bild sieht man Dauerzug. Beides ist falsch: Wäre es immer locker, könnte man es weg lassen – steht es auf Dauerzug lernt das Pferd nicht, dass es auf stetigen Druck nachgeben soll. Dies sollte eigentlich Sinn und Zweck dieser Übung sein.

Fazit: Wir würden es sehr begrüßen, wenn Vox das Konzept überdenkt und künftig fundierteres Pferdewissen gezeigt wird, das von Fachleuten nach dem Schnitt noch einmal kontrolliert wird. Anzuregen wäre auch, dass die Darsteller eine Ausbildung zum Pferdewirt haben und angewandte Horsemanship-Methoden, von dritter Stelle als zertifiziert erkennbar sind. Damit würde verhindert werden, dass normales Pferdeverhalten zu Problempferdeverhalten stigmatisiert wird. In der Pferdeausbildung kommt es auf Feinheiten an, die nicht transportiert werden. Für viele der Pferde wurde noch nicht einmal eine Lösung gefunden (1. das Pferd Future 2. das Pferd aus dem ersten Teil, welches aus lauter Angst über die Stange geraten ist 3. das Pferd, was sich nicht impfen ließ, denn es stieg ja immer noch usw.), womit die Sendung Akzente in der Pferdeausbildung setzt, die nicht so sehr im Sinne der Pferde sind, wie es auf den ersten Blick den Anschein erweckt. Allgemein ist dies nicht im Interesse der Pferde oder ihrer Besitzer – ist es doch deren Geldbeutel und Geduld, die durch falsche Darstellung guter Methoden strapaziert werden und zu aggressiven Verhalten bei Pferden führen oder bereits vorhandene Probleme verstärken.

Die meisten bei Vox gezeigten Pferde verhalten sich doch so, wie sich die meisten Pferde am Anfang ihrer Ausbildung verhalten und erhalten dennoch den ungerechtfertigten Stempel „Problempferd“. Auch Pferdetrainer aus dem Leistungssport werden täglich mit Problemen wie Buckeln oder Steigen konfrontiert. Es liegt schlicht in der Natur der Pferde, so etwas gelegentlich zu machen – meist findet man hierfür aber eine schnellere Lösung, indem man mit umgekehrter Psychologie arbeitet und weniger problemorientiert an die Thematik herangeht, wodurch Pferde mehr ins Gleichgewicht kommen und gerne kooperieren, weil sie Freude am Zusammensein mit dem Menschen haben.

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