Und weiter geht das gehässige Geschreibe



Die Einleitung lass ich diesmal weg, wer das gestern gesehen hat und meint ich dürfe mich nicht darüber aufregen, der kann mich gerne an die Füße fassen!!!!!

Ich bin wirklich kein begnadeter Reiter und schon gar kein Pferdetrainer, aber die holländische Gefahr hätte ein dreibeiniger Dackel besser ‚therapiert‘ als der Hacklbernd. Also an alle, die schreien: ‚erstmal besser machen‘: Kein Problem, das wird in diesem Vergleich nicht so wahnsinnig schwierig…

Achja, Vorsicht, SEHR LANG!

Die Fortsetzung der orangenen Gefahr

Der Tragödie dritter Teil
Der Zöpfchen Bernd hat die Haare wieder schön, Zeit für einen neuen Frontalangriff auf Fiutscha, die mannscharfe Totilas-Schwester, die sich bereits in der letzten Sendung für Bernds fachgerechten Umgang mit einem wohldosierten Tritt bedankte.
Eingangs wird der Hacklsche Knock-Out wiederum zehn Mal in Super SlowMo abgespielt, damit auch wirklich jeder Pfosten vor der Flimmerkiste rafft, dass die holländische Hummel eben selbige im Hintern hat und mit ihr wirklich nicht zu spaßen ist.
Fachkundig analysiert hat man bereits, dass dem Pferd in seinem belgischen Ursprungsdomizil keine kompetente Behandlung zuteil wurde, man ist ja aber auf dem besten Weg, das zu ändern.
Durch einen lustigen Zufall ist der Pferdeheiler von HacklBernd dem sein Vertrauen gerade auf dem Hof, als sich auch das Fernsehteam von VOX sensationslüsternd auf selbigem rumtreibt. Der Doc analysiert mit Adleraugen den Hacklschen Gang und diagnostiziert eine deutliche Lahmheit hinten links. Bernd gibt die Story vom fliegenden Holländer zum besten und entblößt zum besseren Verständnis seine Kehrseite. Eindeutig, ein Hufabdruck, da braucht man nicht bei der Kripo zu sein um den Täter festzustellen!
Zöpfchenbernd bittet den Doc, sich das wildgewordene Ross doch anzusehen, man hat ja von Fällen gehört, wo Pferde mit Sattelzwang tatsächlich unter Schmerzen litten… Totellini wird dem Tierarzt vorgeführt, der bereits nach 0,2 Sekunden feststellt, dass Fiutscha im Schritt nicht schwingt und generell eine gewisse Festigkeit im oberen Körperbereich aufweist. Fünf Mal auf- und abgelatscht, gekonnt in den Rücken gegriffen, alles klar, dem Hoppel zwickts im Buckel. Zur tieferschürfenden Diagnostik wird dann auch der Rücken geröntgt, danach ist alles klar: einige Engstände der Dornfortsätze mit sklerotischen Veränderungen sind die Wurzel allen Übels. Fiutschas Besitzerin ist den Tränen nah, erst weil sie sich so freut, dass ihr Pferd jetzt geröntgt wird (Ja Ne, is klar, habt ihr wohl die letzte Kohle in die Anschaffung des Geschosses gepulvert, da waren dann keine 75 Tacken für drei Bilder mehr drin, oder was?) dann weil der Doc ihr erklärt, dass Schmerzen ein Symptom von Entzündungen sein können. Die Judith ist jetzt klüger, der HacklBernd beruhigt, weil Fiutschas Aussetzer nicht ausschließlich seiner Ausbildung zuzuschreiben sind.
Den Rücken konservativ zu behandeln wäre fürs Fersehen einfach zu langweilig, deswegen ist es sehr praktisch, dass der Pferdeheiler nebenbei auch Osteopathie anbietet. In bester Tamme Hanken Manier ruckt und rumpelt er an Oranjes Hals und Beinen , die im Übrigen bei der ganzen Prozedur so brav ist, dass man fast geneigt ist zu denken, sie hat lediglich ein persönliches Problem mit dem Zöpfchen Mann. Der entzündete (Klasse Idee, da dran rumzurenken übrigens…) Rücken ist wieder in Reihe gerenkt, der Hals gelockert, alles tutti. Damit die orangene Rakete sich nach dem anstrengenden Arzttermin erst mal ausruhen kann, kriegt sie zwei Tage Boxenhaft verordnet. Das ist besonders zu empfehlen für hoch im Blut stehende Pferde mit ausgeprägtem Bewegungsdrang, weiß doch jeder… Danach möchte man sich mit Bodenarbeit doch bitte um den Aufbau der Rückenmuskulatur kümmern.
Für Bodenarbeit müsste man aber laufen und das kann der Bernd noch nicht wieder so gut mit seinem Pferdekuss, reiten geht aber, also wird die edle Stute nun vom Pferd aus upgejoint.
Also flugs den Quarterhengst gesattelt und damit die Minka durch das Roundpen gejagt. Eine Kappe trägt man dabei nicht, erstens ist man Westernreiter, zweitens würde eine solche das Zöpfchen verknicken, drittens ist der Fips ein braver Hengst und kein wilder. Der Fips findet die Fiutscha auch rattenscharf und jagt sie deswegen mit großer Begeisterung, als er sie dann endlich gestellt hat und gerne mal beschnuppern möchte, kriegt er aber vom Bernd eine an den Laden, kann ja nicht jeder machen was er will! Fiutscha zeigt wiederum eindrucksvoll, welch totenbrave Vertreterin ihrer Rasse sie eigentlich ist. Anstelle von dem guten Recht rossiger Stuten Gebrauch zu machen, den aufdringlichen Hengst mit gezielten Tritten ein bis zwei Oktaven höher singen zu lassen, rennt sie artig vor ihm her in jede gewollte Richtung. Bernd benutzt als Hilfsmittel einen an eine Touchiergerte angebundenen roten Lappen, mit dem er sich und dem Fips die Tortellinte vom Leib hält. Nach fünfzig Versuchen folgt Oranje dann dem Fips, sie hofft inzwischen nur noch, dass der Kelch an ihr vorüber geht und sie sich wieder im Stall ausruhen kann. Vorbei ist aber noch lange nix, denn nachdem der Bernd ihr mühevoll beigebracht hat, vor dem wilden Westernreiter und dem ralligen Ponyhengst abzuhauen, will er ihr jetzt beibringen, eben das nicht zu tun. Weil Warmblöds schon laut Rassebezeichnung ja nicht so schnell schalten, tut sie brav das, was sie kann und läuft weg. Deswegen verpasst der Bernd ihr ein Knotenhalfter, ein normales wäre zu gefährlich für ihn und seinen wilden Reithengst. Endlich schnallt die dusselige Tante, was er will und lässt sich Gottergeben vom hoch zu Ross mobilen Bernd von vorne bis hinten befummeln. Alles richtig gemacht enorme Fortschritte, damit wird die inzwischen zur „brave Maus“ umgetauften Fiutscha in die verdiente Freiheit entlassen.
Nach weiteren zwei Wochen Jagen und Tatschen will der Bernd dann einen Schritt weiter. Also holt der alte Cowboy mal wieder sein Lasso aus dem Schrank. Weil Oranje sich das inzwischen artig um den Wanst zurren lässt und nicht ans Bocken denkt, erhöht Zöpfchen den Schwierigkeitsgrad und zieht es ihr um den Hals. Durch leichte Luftknappheit sieht sich die Rakete gezwungen, den Kopf zu senken, der Bernd deutet das als Zustimmung für seine cleveren Ausbildungsmethoden.
Also nimmt er einen elastischen Deckengurt und spannt ihn der Fiutscha um die Wampe, auch das stört sie nicht, sie ist wohl nach wie vor damit beschäftigt nach Luft zu schnappen.
Aber mit Deckengurt kann man nicht reiten, also muss der Sattel ja wohl oder übel wieder ruff auf das Geschoss. Gesagt getan, Pad drauf schmeißen, Sattel galant von oben in den um keine Muskelfaser aufgebauten Rücken krachen lassen. Soweit so gut, aber das war ja schon in der letzten Folge kein Problem. Fiutscha verfällt dummerweise beim loslaufen wieder in altbekanntes Verhaltensmuster. Fiutscha bockt, Sattel fliegt, woher kennen wir das noch, hmmmm?
Findet Bernd nicht schlimm, der Sattel muss nicht oben bleiben(Mein Gott muss der Mann Geld überhaben, ich würd heulen wenn mein heiliger Sattel so durch die Gegend gepfeffert würde) wichtig ist bloß, dass die Totellinte nicht unkontrollierbar ist, während sie den Sattel runterbockt. AHA, wieder was gelernt, bis gestern war mir kontrolliertes Bocken tatsächlich noch kein Begriff; ich dummes Schaf…
Fiutscha hat dann auch keinen Bock mehr, dass Zöpfchen ihr alle dreißig Sekunden zwanzig Kilo Lederwerk in den Rücken donnert und beschließt ihm den Gefallen zu tun, zehn Meter mit Sattel zu laufen. Deswegen steigt die Maus in Bernds Sprachgebrauch zur Schnecke auf und kriegt zum Sattel nen Gurt verpasst.
Der HacklBernd hat dazugelernt (Ein Reim, juchu) und flitzt nach dem Anreffen der Begurtung wieselflink in die Mitte des Zirkels. (Böse Zungen behaupten ja, leichte Schläge auf den Hinterkopf erhöhen das Denkvermögen, bei dollen Schlägen auf den Rücken kenn ich mich da nicht so aus…)
Der helle Wahnsinn, Oranje läuft, über Knotenhalfter und Longe mit dem Bernd verbunden, artig kleine Kreise. Solange dieser sich konzentriert ist alles tiptop, aber weil das Fernsehen da ist, der Frontalblick in die Kamera einfach immer noch seine Schokoladenseite ist, und Männer sowieso nicht multitaskingfähig sind, kann er sich eben nicht permanent konzentrieren. Fiutscha findet das doof und versucht durch kleine Buckeleinlagen, den Bernd wieder auf sich aufmerksam zu machen.
Wiederum nimmt der Bernd der „Schnecke“ das nicht krumm, er lässt die Longe lang und hält die Rakete im Vorwärtsgang wenn sie bockt.
Soviel zur Theorie, die Praxis sieht irgendwie anders aus. Beim nächsten Bocksprung hat sich der Bernd wohl einfach erschrocken, denn er reißt so stürmisch am Knotenhalfter, dass die Stute einen formvollendeten doppelten Rittberger vollführt und auf den schmerzenden Rücken ohne Muskeln aber dafür mit schlecht sitzendem Westernsattelmonstrum knallt.
HUPPALA! Sagt der Bernd, da hatte er nicht mit gerechnet, dummes Vieh, ist weggerutscht. Da wird aus der Schnecke wieder eine Maus, der Bernd hat die Schnauze voll, es ist Feierabend. Für heute mit der Arbeit, für immer mit Fiutscha, das blöde Holländertier macht maximal minimale Fortschritte und kann ja nichtmal beim Bocken die Füße sortieren. Für alle Beteiligten lebensgefährlich und sehr zeitraubend, mindestens ein Jahr dauerts, bis Fiutscha reitbar wird, sagt der Bernd.
Deswegen werden Mutti und Vati herzitiert, gemeinsam geht man zum edlen Ross, dass inzwischen von jeglichem Muskelgewebe befreit, ausgemergelt und apathisch auf der Weide steht und es inzwischen wohl aufgegeben hat, zwischen dem wuchernden Ampfer nach Grashalmen zu suchen.
Der HacklBernd schildert noch einmal das ganze Drama und gibt zu bedenken, dass Mutti und Vati das bockende Geschoss dank guter europäischer Rechtsprechung ja auch wieder dahin bringen können, wo sie es hergeholt haben. Das macht schon Sinn, finden Mutti und Vati genau wie Bernd, schließlich wurden sie eindeutig beim Kauf übers Ohr gehauen! An der Hacklschen Spezialbehandlung kann Fiutschas Unwille selbstverständlich nicht liegen, wäre ja auch blöd, darauf kann man den Bock nicht zurück nach Belgien verschiffen…
Mutti und Vati haben bestimmt auch versucht, den zwanzig Jahre alten BauernBenz zurückzugeben, nachdem Mutti damit gegen einen Baum gebrettert ist. Die Karre ist ja nun kaputt, da gibt’s von Daimler bestimmt den Neupreis zurück. HIMMEL HILF, bei so viel Kompetenz rollt es mir die Fußnägel nach oben…
Hiermit gelobe ich feierlich: Sollte jemals irgendjemand auf die Idee kommen, von mir ein rohes Pferd zu kaufen, um selbiges zum ZöpfchenBernd zum Anreiten zu bringen, laufe ich für den Notfall zu Fuß nach Bayern und nehm das Tier am Strick wieder mit!

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