Und weiter gehts mit Teil 2



Wiederum Vorab: Ich weiss, dass die Sendung durchs Schneiden vielleicht an Realitätsbezug verliert und für Menschen gemacht ist, die nichts von der Materie verstehen, aber dieser Hanebüchene Unfug lässt jedem, der ein wenig pferdeaffin ist, die Haare zu Berge stehen…
Meine Kritik richtet sich auch keinesfalls an die beiden in der Sendung gezeigten Personen, sondern an die ganze Reihe, die meiner MEinung nach Ihrem Auftrag als HELP Format nicht im Mindesten gerecht wird!!!
Meine ‚übertriebene Inhaltsangabe ist also nicht als perönlicher Angriff zu verstehen, sondern als generelle Kritik an den Personen, die es möglich machen, dass solche, teils wirklich gefährliche Geschichten als das normalste von der Welt über den Äther gehen. Wenn das denn bitte sein muss, dann mit dem fetten roten Warnhinweis: DON#T TRY THIS AT HOME; oder ähnlichem.

In jeder Sendung ‚lösen‘ die beiden Pferdeprofis Sandra und Bernd jeweils einen Fall. Letzten Samstag gab es wiederum zwei von der Sorte.

Da ich beim Zusehen meine Kinnlade nicht mehr hochbekommen habe, sah ich mich beinahe zwingend genötigt, eine leicht überspitzte Zusammenfassung der Allgemeinheit zugänglich zu machen…

..Der Tragödie zweiter Teil…

Titel: Die orangene Gefahr

Der Bernd hat einen neuen Spezialfall in den heimischen vier Wänden. Eine vierjährige Halbschwester des Totilas (Beim Blick auf das Stallschild sehen wir den Namen des gemeinsamen Vaters, der Begriff ‚Halbschwester‘ wird hier u.U. minimal inflationär gebraucht…) mit dem wahrlich zukunftsweisenden Namen ‚Fiutscha‘
Fiutscha ist eine etwas schlecht bemuskelte, hochbeinig und elegant mit schönem Kopf und edlen Auge daherkommende dunkelbraune, die beim Freilaufen im Roundpen schon mal zeigt, dass sie mehr Sprit und Lust zu laufen hat, als die sonst anwesenden TinkerFriesenAndaHaflinger.
Das sieht auch der HacklBernd und findet das aber noch ganz gut. Nach einer viertel Stunde Scheuchen ist Fiutscha auch upgejoint und jetzt hat Bernd eine Basis zum Arbeiten.

Das geht aber nicht im Roundpen, weil da regnets und ist matschig. Also, auf in die Reithalle, eine Runde Scheutraining machen. Wie machen wir das?
Wir kloppen mit einem Regenschirm auf das Pferd bis es aufhört zu zucken und sacken es mit einer Plastikplane aus. Fiutscha ist inzwischen alles Wumpe, sie sammelt Minuspunkte auf Bernds imaginärer Popularitatsskala in ihrem Kopf. Und der Sprecher warnt uns vor, der Bernd wird noch sein blaues Wunder erleben!!!!

Als Einspieler sehen wir Fiutscha’s fachkundige Besitzer, die selbst einen kleinen Reiterhof führen und draußen auf der inzwischen sehr sonnigen (Hä, hat doch grad noch geschüttet wie Sau?) Bank sitzen. Herzzerreissend schildern sie ihre Notlage:
Haben sie doch ihre letzten Groschen zusammengekratzt, sind nach Belgien gefahren um sich eine rohe vierjährige HolländerMinka zum „A Bissl im Kreis reitn und a par Hupfer machn“ zu kaufen. Mutti und Vatis ganzer Stolz…
Das haben sie dann auch versucht, jetzt sind sie Pleite und können nicht mal geradeaus und auf ebenem Boden ohne Hupfer reiten…

Warum das so ist, werden wir bald sehen. Unerträgliche Spannung baut sich auf, denn die dumpfe Stimme aus dem Off warnt uns vor der Entwicklung Fiutscha’s zur letzten Ausgeburt der Hölle ind den nächsten Zehn Minuten…

Der Hackl Bernd ist immer noch positiv und beginnt damit, dem Pferd ein Lasso um den Poppes zu ziehen. Das gefällt der Fiutscha nicht, sie zeigt dem Bernd, was ne holländische Harke ist und rennt auswixend um ihn rum. Daran sieht der Bernd, dass die Fiutscha ein ernsthaftes Problem hat.
Klingt komisch, ist aber so.
Schließlich hat jedes rohe Pferd verdammt nochmal zu akzeptieren, wenn ich ihm eine Seilschlinge ums Hinterteil werfe!!!!!

Das mit dem Hintern lernt Fiutscha auch nicht, aber um den Bauch kann der Bernd das Lasso dann ziehen und sie in passender Schlagdistanz auf einem zwei Meter Zirkel um sich herum longieren.

NAch vom unwissenden Zuschauer geschätzter Arbeitszeit von einer Stunde muss die Fiutscha dringend lernen, einen Sattel zu tragen. Weiss doch jeder, Pferde sind stundenlang nonstop aufnahmefähig, und den Zuchtprodukten unserer westlichen Nachbarn sagt man sogar besonders viel Geduld und Nervenstärke nach…

…Also geht’S ans Satteln.
Ein großes Westernpad drauf, kein thema, Fiutscha hat keinen Bock mehr sich aufzuregen. Einen dicken Westernsattel hinterher, Fiutscha findets immer noch nicht spannend.
Dann wird die orangene Gefahr angeführt und überlegt sich, der Situation mal eine gewisse Würze zu verleihen. Einmal schön den Puckel krumm und der (bestimmt auch nicht ganz günstige) Sattel fliegt durch die Luft in den Hallensand.

Damit Fiutscha damit nicht durchkommt, wird die Prozedur zwölf bis 37 Mal wiederholt, immer mit dem gleichen Ergebnis:

Fiutscha bockt, Sattel fliegt.

Da der HacklBernd nun wohl einsieht, dass ein Sattel ohne Gurt nichts halbes und nichts ganzes ist, beschliesst er seine Vorgehensweise zu ändern. Also wird der Sattel festgezurrt.Und das gleich ordentlich. Damit das Pferd mit offensichtlichem Gurtzwang mal sieht was es von seinem kindischen Verhalten hat.

Soweit so gut, nur vergisst der Bernd vor dem Vorwärtstreiben des immer noch stark zwangigen QranjeGeschosses, seinen Platz in der Mitte des Zirkels mit genügendem Sicherheitsabstand zum Pferd einzunehmen.

Wie sich zeigen wird, war das dumm.

Denn, wer konnte es ahnen? Fiutscha bockt doch tatsächlich auch mit angezogenem Gurt einmal anständig los und zuckt gepflegt mit dem Hinterbein aus. Diesesmal ist es ihr zu blöd und sie will dem Bernd sagen, dass er sich serinen Scheiß Sattel sonstwo hinstecken kann. Blöderweise ist der Bernd ja nicht da wo er sein soll, sondern einen halben Meter von Tortelini-Sister entfernt. Außerdem hat ewr beim wegscheuchen vergessen, sich in Fiutschas Richtung mitzudrehgen und dreht dem wertvollen Hoppel ungeschickter Weise seine Kehrseite zu.
Deswegen bekommt der verlängerte Teil von Bernds Rücken für einen kurzen Moment Kontakt zu Fiutschas Hinterhuf.

Bernd fällt um wie ein Stein (O-Ton Sprrecher, ich überlege die ganze Zeit, ob ichschon mal einen umfallenden Stein gesehen habe), rollt sich schnell weg von da, wo vorher das Pferd war und bleibt schmerzhaft schreiend liegen.

Oranje bockt sich derweil außen rum die Seele aus dem Leib und macht nach zwei Runden tatsächlich die Erfahrung, dass es alles nix nutzt, weil der, inwzischen angegurtete, Sattel einfach draufbleibt.
Deswegen beschließt die feurige Fiutscha dass nicht noch mehr Energie verschwendet werden muss, trabt lässig aus (was wirklich nicht ganz schlecht aussieht) und stellt sich an die Tür um abgeholt zu werden.

Währenddessen wird Bernd von einem zufällig auf dem Hof anwesenden Intensivmediziner (laut Einspieler ist seine Tochter voll der Bernd-Fan) erstversorgt.
Haben sie uns nicht alle beigebracht, einen gestürzten oder am Rücken getroffenen Reiter niemals zu bewegen, sondern auf die Profis vom Sani zu warten? Wir Amateure!

Der Profi-Arzt, zerrt den Bernd auf die Beine, dieser schreit wie ein waidwundes Reh und fleht darum, ihn wieder in den Sand sinken zu lassen.

Bernd war auch wohl noch im Krankenhaus, geprellte Rippen, gequetschte Niere, Glück im Unglück eben.

Er humpelt stark, lässt sich aber natürlich nicht unterkriegen. Heulen wär auch doof, das Fernsehen ist ja da.

Apropos das Fernsehen. Beruhigenderweise gibt es Mega-SlowMo-Aufnahmen vom Hacklschen Knock-Out, die sich der Bernd siebzig mal anschauen kann.
(Witzig eigentlich, der Bernd wird gefilmt, wo er sich anschaut, wie der Bernd gefilmt wird…)
Er stellt fest, dass er ein bisschen doof war und spätestens als Fiutschas Rücken sich spannte wie ein Flitzebogen hätte wissen können, dass Totellinte auch beim zwanzigsten Mal Satteln das Bocken nicht lassen wird.
Die Frage, die ihn allerdings am allermeisten beschäftigt:

WARUM hat Fiutscha zur Seite getreten, sie hätte doch auch gerade nach hinten latschen können, wie jedes andere vernünftige Dreckstier auch????

Die Frage wiederholt er dreimal, dann hat er eine Idee. Fiutschas Besitzern wird jetzt mal auf den Zahn gefühlt.
Diese freuen sich auch sehr als sie dem Bernd am Stück um den Hals fallen können und sich nicht mit dem Aufsammeln seiner Überreste befassen müssen.
Dann fragt sie der Bernd, ob sie denn nicht stutzig geworden seien, dass ihnen so ein wertvolles Pferd so günstig verkauft wird.
Vati meint, er habe auf die verwandschaft gar nicht geachtet, die Stute hätte ‚So an guaten Sprung gmacht‘ da habe er auf nichts anderes mehr geschielt. Insgeheim haben Mutti und Vati sich wohl die Handflächen gerieben und mal wieder gedacht, sioe wären klüger als der Rest der Welt. So kanns gehen.

Dann lässt der Bernd die Bombe platzen: Er glaubt, die Belgier habens versucht mit dem Reiten, und die Fiutscha wollte das nicht und dann ham sie sich gedacht, wir verkaufen die lieber als roh, das ist einfacher.

Das ist ein Brett!!! Wieder mal die gemeinen Ausländer, die uns arme Deutsche permanent bescheißen, und dann kann man sie vermutlich nichtmal dafür belangen! Und nun???

Tj, und nun wissen wir nicht, denn das ist der klassische Cliffhanger für die nächste Folge, ich bin gespannt wie ein Stahlseil an der Golden Gate Bridge und werde sicherlich wieder einschalten, wenn es sich irgendwie machen lässt.

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